Sankt Stephans Kathedrale

Sankt Stephans Kathedrale

Geschichte

Um das Jahr 1057 gründete Fürst SPYTIHNĚV II. das Kapitel-Stift und die Kirche des St. Stephan. Es war offensichtlich schon ein steinerner Bau, denn die Gründungsurkunde spricht von einer Basilika. Im Jahre 1655 wurde das Bistum in Leitmeritz gegründet. Der erste Bischof MAXIMILIAN RUDOLF von SCHLEINITZ ließ die bisherige Kapitel-Kirche abreißen und eine neue errichten; eine würdige Kathedrale, wieder dem St. Stephan geweiht. Die Hauptarbeiten verliefen in den Jahren 1662–1670. Es beteiligten sich daran auch Mitglieder der Leitmeritzer Maurer-Gilde; in ihren Registern nach dem Jahre 1655 sind viele italienische Namen verzeichnet – beglaubigt ist die Beteiligung des J. D. ORSI de ORSINI.

Die Kathedrale wurde im Stile des Frühbarock erbaut. Von außen gleicht sie einer dreischiffigen Basilika, aber innen ist es ein einheitlicher Raum mit je 3 Durchgangskapellen zu beiden Seiten, die sich zum Schiff hin arkandenartig öffnen.

Die Kathedrale hat eine Länge von 50 m, eine Höhe von 20,50 m und die ganze Breite einschließlich der Kapellen beträgt 22 m.

Die Fassade war geplant mit 2 Türmen, die nach reiflicher Überlegung bis zur Höhe des Hauptsimses erhöht und unmerklich in die Fassade eingegliedert wurden. Den freistehenden Turm neben der Kirche begann Bischof Hugo GRAF KOENIGSEGG zu bauen (1711–1720), er konnte aber nur den 11 m hohen Grundbau errichten lassen, auf den man einen hölzernen Glockenturm baute; die Vollendung des Turmes beantragte erst Bischof ANT. J. FRIND (1879–81) – der bekannte Historiker. Der Turm wurde nach dem Entwurf des Wiener Architekten Heinrich FERSTELA i.d.Jh. von dem hiesigen Bauherrn Fr. SANDER durchführt und durch einen mächtigen Bogen mit der Kathedrale vereinigt. Zwei Glocken stammen aus dem Jahre 1602.

Kleiner Kirchenführer

Eingang: An der Hauptfassade befindet sich der Haupteingang mit einem Sandstein-Portal und schmiedeeisernen Türen des Kunstschlossers Gabriel BOEHME (1742). Über dem Portal draußen das Wappen des Gründer-Bischofs (M. R. von Schleinitz); darüber die Statue des St. STEPHAN (1700) und das Wappen des Erneuerers der Kathedrale, Bischof Hugo von Koenigsegg. In den Seitennischen stehen St. VICTORIAN und St. FELIX.

Innenraum: Im Inneren der Kirche blieb die Gesamtheit des Grundinterieurs aus der Zeit Schleinitzens erhalten und das im “schwarzgoldenen Muschelstile“; der Hauptaltar, 6 große Seitenaltäre, die Kanzel, die Chorstühle und die Bänke in den Schiffen, 2 Beichtstühle, 1 Kredenz und Schränke in beiden Sakristeien.

Altäre: 1.Der Hauptaltar: “Steinigung des St. STEPHANS“ (4,75×3,35 m) – das Bild stammt von Karl ŠKRÉTA (1610–1674). Im Aufsatz das Bild “Mariä Himmelsfahrt“ von Mat. ZIMBRECHT (1626–1674). Das Kruzifix mit einem Corpus aus Elfenbein stiftete Bischof Jaroslav Graf STERNBERG (1676–1709). Unten auf dem Sockel ein versilbertes Flachrelief “Aus dem Leben des St. STEPHAN“ – signiert als Augsburger Arbeit. Die schwarz-versilberten Altarleuchter schenkte Bischof V. E. MILDE (1830). Der Hauptaltar und der größte Teil der Seitenaltäre haben statt der üblichen Antependien versilberte Holzreliefs. Es sind Handwerkerarbeiten aus dem 18. Jh.

2.An der rechten Seite des Chorraumes befinden sich 4 Bilder der Evangelisten, gemalt im Jahre 1844 von JAN GRUSS aus Leitmeritz (1790–1855).

3.Vor dem Altar stehen 2 Leuchter, eine sehr schöne Messingarbeit aus dem Jahre 1629, 2,40 cm hoch – auf ihren Sockeln sind Bilder-Rebusse der Stifter: Graf von WALDSTEINs und von HARRACHs.

4.In den Säulen sind Erinnerungstafeln eingelassen für die Bischöfe: AUG. WAHALA, ANT. L. FRIND, EMANUEL J. SCHOEBEL, JOSEF GROSS; ANT. WEBER und Kardinal STEPHAN TROCHTA. Der Wiener Erzbischof V. E. MILDE (7), früherer Bischof in Leitmeritz, wünschte in seinem letzten Willen die Beisetzung seines Herzens hinter der Tafel mit seinem Namen. Die Tafel daneben gehört dem verdienstvollen Bischof AUGUSTIN HILLE (1832–65).

5.Altar “Schmerzensreiche Mutter Gottes“ MATER DOLOROSA – enthält ein Tabernakel. Anstatt eines Altarbildes steht dort eine wertvolle gotische PIETA aus der früheren Kollegist-Kirche – die ursprüngliche Polychromie ist durch Vergoldung verdeckt.

6.Altar “Göttliches Herz Jesu“. Früher war hier der Altar der “Familie Jesu“ mit einem Bild von Christof TIETZE (1690). Bischof Josef GROSS ließ das Bild durch die Statue “GHJ“ ersetzen. Am Altaraufsatz hängt das Bild “Hilfreiche Jungfrau Maria“; auf der Vorwand unten das Relief “Tod der hl. ANNA“.

8.Altar “Der Schutzengel“ mit dem ŠKRÉTA- Bilde des Erzengels Raphael, wie dieser den jungen Tobias führt. Am Altaraufsatz das Relief “Traum des Patriarchen Jakob“.

9.Altar der St. BARBARA. Das Bild von Franz Ant. MUELLER aus Prag (1697–1763). Unter dem Bilde  – in feiner Barockverzierung – das Relief “Enthauptung der St. BARBARA“ – an der Seite Statuen der St. AGATHE und St. APOLLONIE. Auf der gegenüberliegenden Säule (10) ist die Gedenktafel des Domdekans F. REINTSCHE (gest. 14. 1. 1744), der diesen Altar errichten ließ.

11.Altar des “ST. WENZEL“ mit einem Bilde von ŠKRÉTA, welches leider schon sehr dunkel ist. Im Särglein die Reliquie des St. FELIX, die Bischof STERNBERG im Jahre 1676 aus den Katakomben des St. CYRIAK in Rom mitbrachte. Auf der Vorderwand des Altars Reliefs mit Szenen aus dem Leben des St. WENZEL und St. FELIX.

12.Altar der “St. MARIA MAGDALENA“. Das Altarbild ist eine Arbeit Josef ČECHs aus Leitmeritz (gest. 1779); darunter ein barockverziertes Relief, es zeigt, wie Maria Magdalena Christus die Füße wäscht. Im Aufsatz Bild der St. PAULA und zu beiden Seiten Statuen der St. KATHARINA und St. VERONIKA.

13.Das Taufbecken stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jhs.

20.Altar des St. ADALBERT – Bild von ŠKRÉTA. Über dem Altartisch ein verzierter Sarg mit Reliquien des St. KLEMENT aus den römischen Katakomben – der Sarg ist eine Arbeit des Bildhauers Max von SLOUP (Bürgstein). 21.Altar des St. SEBASTIAN mit Statuen des St. FRANZ XAVER und St. ROCH. Die Statuen schuf JAN ANT. ECKERT. Das Bild ist vom Leitmeritzer Maler JOSEF ČECH. Unter dem Bild das Relief MARIA MAGDALENA mit dem Kreuz.

19. Marmor-Gedenktafel des Feldmarschalls Graf RADICATI – der in der Schlacht bei LOVOSIC am 1. 10. 1756 fiel – geehrt durch MARIA THERESIA.

18.Dieser Altar ist den “14 HEILIGEN HELFERN“ geweiht. Das Bild von Franz MUELLER, die Statuen zweier Bischöfe sind wahrscheinlich von Jan Ant. ECKERT aus Leitmeritz.

17.Altar des “St. PETER und St. PAUL“ – Bild von ŠKRÉTA. Auf dem Relief unten am Altar Szenen aus dem Leben der beiden Apostel.

15.Altar des St. Johann von NEPOMUK aus dem Jahre 1693 – gemalt von Chr. TIETZE; auf dem Relief die Darstellung des toten Heiligen.

14.Altar “Freudenreiche Jungfrau Maria“ – MATER GAUDIOSA – ein Tafelbild Jungfrau mit dem Kinde; gemalt in der Art der östlichen Gnadenbilder – stammt aus einer Kirche in MEISSEN und gelangte nach der Reformation in den Besitz der Familie derer von SCHLEINITZ. Der Gründer-Bischof der Kathedrale, Maximilian Rudolf von Schleinitz, hatte zu diesem Bild eine persönliche Beziehung und ließ sich in der Gruft davor beisetzen. Sein Nachfolger Bischof STERNBERG brachte an dieser Stelle im Jahre 1692 die Reliquie des St. VICTOR unter – aus dem Lobkowitzer (früheren Pernštejner) Familienschatz. Über dem Schrein hängt das Bild eines Heiligen, gemalt von Christof TIETZE. Das Relief unten enthält Szenen aus dem Leben des Heiligen ?

22.Die KANZEL ist eine reichverzierte Holzschnitzerei, farbig bemalt. Statuen der Heiligen sind : AMBROSIUS, JARONYMUS, AUGUSTINUS, GREGORIANUS der Große und ATANASIUS. Das Bild St. MATHÄUS ist eine Kopie des Bildes von ŠKRÉTA aus KŘEŠIC – eine Arbeit von Franz KUTSCHER aus dem Jahre 1781. Oben die Statue des HEILANDES. An der Spitze das Wappen derer von SCHLEINITZ.

23. Gedenktafel der EINSEGNUNG DER KATHEDRALE durch den Bischof Jar. STERNBERG am 21. 9. 1681. ( A. PREISS aus Prag 1778)

Die neue elektromagnetische Orgel der Fam. JEHMLICH in DRESDEN (1942) mit 4 Manualen und fast 4000 Pfeifen befindet sich in alten Rokokoschränken

Napsal Leoš Sikora, tisk, přečteno 10213x

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Foto Karel Pech

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